Aktualisiert
Containerliner oder Flexitank: die Entscheidung nach Ladung
Containerliner und Flexitank werden beide in einen Standard-Seecontainer eingezogen, transportieren aber Unterschiedliches: Containerliner nehmen Schüttgüter wie Getreide oder Granulat auf, Flexitanks Flüssigkeiten mit etwa 16.000 bis 24.000 Litern. Geometrie, Foliendicke und Ventiltechnik unterscheiden sich grundlegend.
Die gemeinsame Idee
Beide Lösungen ersetzen Einzelgebinde durch loses Verladen im Standardcontainer. Statt Säcke zu füllen, zu palettieren und zu stapeln, oder Fässer und IBC zu befüllen, zu transportieren, zu reinigen und zurückzuführen, wird die Ladung direkt in einen Beutel im Container gefüllt.
Der Gewinn ist derselbe: mehr Nutzlast je Container, weniger Handling, kein Rücktransport von Leergebinden.
Containerliner: Schüttgut
Ein Containerliner ist ein 3D-Großbeutel, der dem Containerinnenraum nachgebildet ist. Er hat üblicherweise zwei Ventile: eines oben zum Befüllen über die Containerdecke, eines an der Stirnseite zum Entleeren an der Tür.
Kritisch ist die Form: Ein Liner, der am Boden zusammenfällt, verschenkt Nutzlast. Die DLP-2500 fertigt diese Liner vollautomatisch ohne Bedienereingriff. Bei Linerlängen im zweistelligen Meterbereich ist manuelles Handling ohnehin kaum beherrschbar.
- Ladung: Getreide, Reis, Ölsaaten, Granulat, Mineralstoffe, Zucker, Futtermittel
- Geometrie: 3D, dem Containerquerschnitt nachgebildet
- Ventile: zwei, oben befüllen und stirnseitig entleeren
- Container: 20- und 40-Fuß-Standard
Flexitank: Flüssigkeiten
Ein Flexitank ist ein flacher Großbeutel für den 20-Fuß-Container und nimmt etwa 16.000 bis 24.000 Liter auf. Er ersetzt rund zwanzig IBC oder achtzig Fässer.
Die Belastung ist eine andere Größenordnung: Zwanzig Tonnen Flüssigkeit schwappen beim Bremsen und Rollen. Deshalb ist die Folie deutlich stärker, mehrlagig, und die Oberfläche wird geprägt. Die Prägung erhöht die Reibung zwischen den Lagen, sodass sich diese beim Schwappen weniger verschieben und die Scherbelastung an den Nähten sinkt.
- Ladung: Speiseöl, Wein, Saftkonzentrat, nicht gefährliche Flüssigchemikalien, Latex
- Geometrie: flach, füllt den Containerboden aus
- Ventile: zwei, befüllen oben und restentleeren unten
- Container: 20-Fuß-Standard, Einwegprodukt
Warum kein Produkt beides kann
Schüttgut belastet den Liner statisch und flächig, Flüssigkeit dynamisch und punktuell. Schüttgut braucht ein Volumen, das den Containerquerschnitt ausnutzt; Flüssigkeit sucht sich ihre Form selbst und drückt gegen Wände und Türen.
Deshalb unterscheiden sich Foliendicke, Lagenaufbau, Nahtführung und Ventiltechnik grundlegend. Auch die Maschinen sind verschieden ausgelegt: DLP-2500 für Containerliner, DLP-4000 für Flexitanks.
Praktische Einschränkungen
Flexitanks sind Einwegprodukte, und genau darin liegt der Vorteil gegenüber IBC: keine Reinigung, keine Rückführung. Für die Zulässigkeit eines konkreten Produkts sind die Vorgaben der Reederei und die geltenden Transportvorschriften maßgeblich; das prüft der Verlader.
Bei Containerlinern für Lebensmittel ist zusätzlich die Lebensmittelkonformität der Folie nachzuweisen. Die Erklärung kommt vom Folienlieferanten.
Häufige Fragen
Wie viel Nutzlast bringt ein Containerliner gegenüber Säcken?
- Der Gewinn entsteht durch den Entfall von Sackmaterial, Paletten und Zwischenräumen. Der konkrete Wert hängt von Schüttdichte und bisherigem Packschema ab und ist projektbezogen zu rechnen.
Kann ein Flexitank auch im 40-Fuß-Container eingesetzt werden?
- Üblich ist der 20-Fuß-Container, weil die Bodenfläche das Gewichtslimit bereits ausschöpft. Ein 40-Fuß-Container würde beim gleichen Füllgut das zulässige Gesamtgewicht überschreiten.
Sind Containerliner wiederverwendbar?
- In der Regel nicht. Nach dem Entleeren ist der Liner mechanisch belastet und produktbehaftet; er wird als Einwegprodukt verwertet.



